Die LINKE Chemnitz auf dem Stadtfest 2010

Klaus Ernst und Gesine Lötzsch eine Bilanz der ersten hundert Tage

Presseerklärung F.M. Klinger zum Überfall auf alternatives Projekt Reitbahnstr. 84

Gestern Abend, Samstag, den 14. August 2010, gegen 23:20 Uhr wurde eine Party in der Reitbahnstraße 84 von ca. 50 vermummten Personen überfallen. Die Angreifer gingen mit Knüppeln und Steinen gegen die Feiernden vor. Dabei wurden mehrere Personen verletzt, eine musste stationär behandelt werden. Es gingen mehrere Fensterscheiben und Mobiliar zu Bruch. Die Angreifer konnten von den BesucherInnen des Festes jedoch am Eindringen in das Gebäude gehindert und schnell vertrieben werden.

Auf der Party feierten ca. 150 Gäste, darunter BesucherInnen des Stadtteilfestes im Reitbahnviertel und Fussballfans des FC St. Pauli gemeinsam mit Fans des Chemnitzer FC nach dem Pokalspiel. Die VeranstalterInnen des Festes vermuten, dass ein direkter Zusammenhang zu dem Fussballspiel zwischen CFC und FC St. Pauli besteht, welches am gleichen Tag in Chemnitz stattfand. Fans des FC St. Pauli waren bereits vor, während und nach dem Spiel Provokationen und Angriffen von neo-nazistischen Hooligans und Fußballfans ausgesetzt. Auch der Mannschaftsbus des FC St. Pauli wurde angegriffen. Schon um 19 Uhr waren rund um die Partyveranstaltung kleinere Nazigruppen unterwegs, welche sich auf dem Netto-Parkplatz an der Bernsdorfer Straße sammelten. Sie wurden dort von der Polizei kontrolliert und erhielten Platzverweise.

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Vermutlich die gleiche Gruppe griff dann gegen 23:20 Uhr die Feiernden an der Reitbahnstraße 84 an. Ein Fan aus Hamburg, der gemeinsam mit CFC-Fans feierte: „Wir saßen draußen auf dem Gehweg und unterhielten uns, als plötzlich aus Richtung Ritterstraße ein Mob von Vermummten mit Knüppeln heranstürmte. Die haben sich dann Steine aus dem Gleisbett genommen und auf uns geschmissen. Dann habe ich gesehen wie eine Person von drei Angreifern geschlagen und über die Kreuzung gezerrt wurde. Einige Anwohner haben dazu sogar Beifall vom Balkon geklatscht.“ Ein Vorstandsmitglied des Vereins Wiederbelebung kulturellen Brachlandes e.V. erklärte, dass dies nicht der erste Angriff auf das alternative Kulturprojekt Reitbahnstraße 84 war. In den letzten drei Jahren gab es mehr als 10 Sachbeschädigungen und Provokationen, darunter einen Brandanschlag vor zwei Jahren. Das Projekt, dass Ende August auf Bestreben der GGG und unter Duldung der Stadt Chemnitz die Segel streichen muss, hatte für den Samstag zu einer Soli-Party für alternative Wohn- und Kulturprojekte in Chemnitz eingeladen.

 



Basiskonferenz zum Entwicklungs- und Konsolidierungskonzept der Stadtverwaltung

Die LINKE, Stadtverband Chemnitz hat sich am 14.August 2010 auf einer Basiskonferenz, an der rund 100 Mitglieder und Gäste teilnahmen, mit dem Thema „Chemnitz kürzt!“ beschäftigt.

Im Mittelpunkt stand das Entwicklungs- und Konsolidierungskonzept der Stadtverwaltung, das im September 2010 vom Stadtrat verabschiedet werden soll. In einer offenen und regen Diskussion wurde eindeutig erklärt, dass dieses „Streichkonzert“ die Lebensqualität aller Chemnitzerinnen und Chemnitzer wesentlich einschränken wird. Aus ihrer politischen Verantwortung heraus plädierten die Basisvertreter der LINKEN einhellig dafür, dieses so genannte Entwicklungs- und Konsolidierungskonzept als Gesamtpaket abzulehnen. Vielmehr fordern wir als LINKE ein Konzept, welches die tatsächliche Entwicklung von Chemnitz auf lange Sicht beinhaltet.

Daran mitzuarbeiten, sind wir zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt jederzeit bereit. In der Versammlung kam zum Ausdruck, dass die Ursachen für dieses „Sparprogramm gegen Bürger“ nicht in erster Linie in der Stadt zu suchen sind, sondern in der verfehlten Politik des Landes und des Bundes, die immer mehr Aufgaben und Kosten auf die Kommunen ablädt und so die kommunale Selbstverwaltung unterminiert.


Nico Brünler
Vorsitzender des Stadtverbandes

Landtagsfraktion DIE LINKE in Chemnitz

Bundespräsidentenwahl am 30. Juni 2010

Fotos: Horst Wehner
Fotos: Horst Wehner

Die Große Gau(c)kler-Show - Eine Wahlnachbetrachtung

Wenn man der Presse glauben schenkt, war es wohl Jürgen Trittin, der für gewöhnlich am „linken Rand“ der Grünen verortet wird, der die Idee hatte, Joachim Gauck als Kandidaten von SPD und Grünen für die Bundesversammlung aufzustellen. Und man kann es drehen und wenden wie man will – SPD und Grünen ist hier ein ganz großer Coup gelungen.
Seit die SPD in Berlin nicht mehr am Kabinettstisch sitzt entfernt sie sich in vielen Punkten zwar quälend langsam aber stetig von ihrem alten Agenda-Kurs weg. Und dann das: der „größte deutsche Antikommunist von Gottes Gnaden mit neoliberalem Einschlag“ (so der Tagesspiegel) soll plötzlich für die Alternative zu schwarz-gelb stehen.
Ausgerechnet ein Mann, der sich vorbehaltlos an die Seite der Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach stellt. Der den Afghanistan-Einsatz für ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein und Opferbereitschaft hält. Der Gerhard Schröders Agenda 2010 als mutig und zukunftsorientiert lobte und die Montagsdemos dagegen „töricht und geschichtsvergessen“ nannte. Ein Mann, der das Sparpaket von schwarz-gelb als logische und notwendige Fortsetzung der Schröderschen Reformpolitik bezeichnet und den nach eigenen Aussagen die „vor 20 Jahren nicht vorstellbare antikapitalistische Welle in Deutschland“ erschreckt. Er bezeichnet die Regulierung von Finanzmärkten als ein Element der Unfreiheit und warnt davor. In seinem Weltbild ist die „Freiheit immer vorrangig vor der sozialen Gerechtigkeit“.
Der Vorwurf seitens der SPD, dass die Linke es in der Bundesversammlung versäumt hat ein Zeichen zu setzen und für den alternativen Kandidaten der Opposition zu stimmen, greift hier nicht. Diese Alternative war allenfalls Luc Jochimsen. Gauck sollte nie eine Alternative sein. Der eigentliche Meisterstreich von SPD und Grünen bestand darin, einen Kandidaten zu finden, der dem neoliberalen Lager entstammt und von seinem politischen Profil schwarz-gelb so nahe steht, dass genügend Wahlmänner und -frauen aus dem bürgerlichen Lager ihn für den besseren Kandidaten halten und dass man sich sicher sein konnte, dass er für die Linke nicht wählbar ist. Gleichzeitig musste der Kandidat hinreichend eitel sein, dass es ihm egal ist, wer ihn nominiert, da er sich grundsätzlich für den besten Kandidaten hält. Dass Gauck sich auf dieses Spiel eingelassen hat, spricht Bände über seine Selbstwahrnehmung und disqualifiziert ihn von vornherein für das höchste Amt im Staat. Dass es Gabriel und Trittin gelungen ist, dies zu erreichen, spricht für ihre taktischen Fähigkeiten. Das Kalkül ging auf. Die desolate Regierungskoalition wurde vorgeführt und gleichzeitig wurden jene ausgebremst, die für eine Annäherung zwischen SPD und Linken werben. Dass der Pfarrer aus Rostock wirklich Bundespräsident wird, war nie geplant.

Nico Brünler
in DKB August 2010



Eine gute Wahl - Erich Knorr unser Wahlmann für die Bundespräsidentenwahl am 30. Juni 2010
Justin Sonder (l.) und Erich Knorr: Der alte und der neue Wahlmann der sächsischen LINKEN für die Bundesversammlung.
Justin Sonder (l.) und Erich Knorr: Der alte und der neue Wahlmann der sächsischen LINKEN für die Bundesversammlung. Foto: Hilbert

Lieber Erich,


ich bin froh, dass die Partei Dich zum Wahlmann ernannt hat.

Nicht, weil Du 97 Jahre alt geworden bist und somit sicher der Alterspräsident der Bundesversammlung sein wirst, sondern weil Du Verdienste hast, die weit zurückreichen in die kritischsten und schmerzhaftesten Abschnitte unserer Geschichte und weil bei jedem Gespräch heute zu spüren ist, wie viel Glut und Hitze Du im Herzen hast, sodass es stets brennt für die gerechte Sache. Mehr als achtzig Jahre politischer Kampf - begonnen als Luxemburgjaner, die große Revolutionärin war Dir Vorbild - Sozialismus oder Barbarei. Und Du hast gerungen für den Sozialismus, leicht waren die Kämpfe nicht. An der Waffe wurdest Du ausgebildet und hast den Treueschwur des Roten Frontkämpferbundes abgelegt. Doch als es zum Kampf kommen sollte, ging es in die Illegalität – Politischer Leiter nicht nur für Burgstädt, auch die Chemnitzer KPD musste neu aufgebaut werden. Im Reichsarbeitsdienst hast Du eine illegale Gruppe gebildet. Gefährliche Kleinarbeit die das Leben selbst hätte kosten können. Der Weg nach Spanien zu den Interbrigaden, schon geplant und vorbereitet, schon Abschied genommen von Mutter und Vater und dann doch nicht gehen können, die Partei brauchte Dich als Kämpfer in der Heimat. Hast Du jemals bereut, dass Du geblieben bist? Dein Freund Albert Hößler aus den glücklichen Tagen der „Kommune Bolschewo“ war schon dort – wie wäre ein Wiedersehen wohl gewesen? Später Verhaftung – und Du bist standhaft geblieben – keine Angaben – kein Name – keine Adresse – sich unbedingt an die zehn Gebote der Illegalität halten! - den Preis dafür kennst nur Du. Und dann im Zuchthaus, wie konntest Du Dich gegen den Hitler-Stalin-Pakt stellen? Welche Konsequenz hätte es haben können – standest Du doch somit gegen die Linie der Partei?  Doch, wer eigentlich war, wer ist die Partei? Danach die Entlassung und doch nicht frei! Und trotzdem der Glaube an ein besseres Leben – Familie. Als Kanonenfutter der Wehrmacht solltest Du herhalten im Strafbataillon 999. Dreimal bist Du im Morgengrauen auf den Schießstand gegangen,  gezwungen, der Erschießung Deiner Kameraden zuzusehen. In Griechenland und an der Ostfront hast Du Dich am Widerstand beteiligt – die Gruppe um Karl König – für manche nur eine Legende – der Kontakt zu den Männern des 20. Juli. Überlaufen zur Roten Armee war nicht möglich und ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr das Ziel Deines Handelns. Am ersten Tag des Kriegsendes in der Heimat sein, das war Dein Ziel, es ist Dir gelungen. Bürgermeister – Landrat und viele weitere Funktionen begleiteten Dich – oder besser – hast Du ausgefüllt. Den Preis für diese Anstrengungen kennen nur Du und Deine Familie. Wie der Staat, für den Du Dich eingesetzt hast, mit Dir umgegangen ist, gehört auch zu den negativen Seiten der Geschichte – doch Du bist Sozialist geblieben – hast auch Nischen zur Betätigung gefunden – 1989 Delegierter zum Sonderparteitag und Vertreter im Rat der Alten. Die wieder gegründete VVN wurde ebenso zu Deiner Heimat und Du hast dich engagiert – dass das ehemalige KZ Sachsenburg nicht vergessen wurde ist maßgeblich Dein Verdienst.


Lieber Erich, ich freue mich auch, weil Du ein echter Linker in der Partei bist – in der sich heute so Mancher am Kurzfristigen festhält und wir uns in vielen Fragen einigen können nach langen Diskussionsabenden – wie soll unsere Partei sein, wie die Genossen in exponierter Position, wie demokratisch wollen wir uns organisieren, wo gibt es Fehlentwicklungen? Ich wünsche Dir Kraft für Deine Aufgabe als Wahlmann, die beste Entscheidung zu treffen im Sinne der linken Kräfte – egal ob parlamentarisch oder außerparlamentarisch, eben im Sinne unserer Bewegung, die immer noch das Große vor Augen hat, eben: „Sozialismus oder Barbarei“.


Es grüßt dich herzlich
Enrico

verfasst von Enrico Hilbert aus "Der klare Blick" vom Juli 2010

Aus der Vita von Erich Knorr

Unser Wahlvorschlag für die Bundesversammlung: Erich Knorr

Zur Vita von Erich Knorr Erich Knorr, geboren am 24. Oktober 1912 in Claußnitz, Generalsekretär der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) 1928 Mitglied der kommunistischen Partei, Mitglied im RFB, ab 1933 illegaler Widerstand politischer Leiter der illegalen KPD Burgstädt – Aufbau der illegalen KPD in Chemnitz; nach Verhaftung Zuchthaus Osterstein, Waldheim Strafsoldat bei 999; April/Mai 1945 Flucht; nach der Befreiung – erster Bürgermeister in Claußnitz, Landrat im Kreis Rochlitz, Mitbegründer der VVN; Vater Arbeiter; Volksschule;

  • 1927–31 Schlosserlehre; 1927 SAJ; SPD; KJVD und. KPD;
  • 1931 fünf Monate Lehrgang an der Heim-VHS Leipzig; 1934/35 Pol.-Ltr. des illegalen KPD-UB Burgstädt-Rochlitz;
  • 1935 Verhaftung und Verurteilung; bis 1940 Zuchthaushaft in Zwickau und Waldheim;
  • 1943–45 Strafbataillon 999 (ab April 1944 Mitglied. der Widerstandsgruppe Karl König);
  • nach Lazarettaufenthalt in eine Wehrmachtseinheit an der Neißefront Ende April 1945 Flucht;
  • Mai 1945 Heimkehr nach Claußnitz; dort Mitglied des Antifakomitees und Bürgermeister;
  • 1945/46 KPD/SED; ab September 1945 Leiter des Referats Landwirtschaft im Landratsamt Rochlitz;
  • 1946–48 Landrat; 1946 SED;
  • 1948/49 PHS;
  • 1949/ 50 kurzzeitig Kulturleiter der MAS - Landesverwaltung in Sachsen; dann Kulturdirektor bzw. Betriebsleiter der Saatzuchtbetriebe Quedlinburg;
  • ab Juli 1950 stellv. Generalsekretär der VdgB;
  • als Leiter der Westabteilung an der Konstituierung und Arbeit des Gesamtdeutschen Arbeitskreises für Land- und Forstwirtschaft beteiligt; Versuche des MfS, Erich Knorr als IM zur Überwachung von Kurt Vieweg anzuwerben;
  • infolge ausweichender Haltung selbst überwacht, besonders intensiv nach der Funktionsbeurlaubung;
  • Mai 1952 Mitglied einer Delegation unter Walter Ulbricht zum Studium der Erfahrungen bei der Bildung von Produktionsgenossenschaften in Ungarn;
  • 4. Juni 1953 (als Nachfolger von Kurt Vieweg) Generalsekretär bzw. 1. Sekretär des Zentralvorstandes der VdgB; November 1957 beurlaubt;
  • Juli 1958 wegen »revisionistischer « Auffassungen abgesetzt;
  • 1954–58 Mitglied des Nationalrates der National Front; 1958/59 Studium an der LPG-HS Meißen, Dipl.-Agronom; 1959–62 Vorsitzender des Rates des Kreises Güstrow;
  • Absetzung wegen »Liberalismus in der Leitungstätigkeit«;
  • 1962–72 Lehrer an den SED-Bezirksparteischulen Güstrow und Mittweida;
  • 1973 Frührentner;
  • geschichtspublizistische Betätigung; Dezember 1989 Delegierter zum außerordentlichen Parteitag der SED/PDS;
  • Mitglied des Rats der Alten beim Parteivorstand der PDS.

»Diese Stimme zu sein, wäre mir eine Ehre« (Erklärung Luc Jochimsen zur Kandidatur als Bundespräsidentin)

Meine Kindheit beherrschte der Krieg, deshalb wurde Frieden, Eintreten für den Frieden mein Lebensthema. Meine Jugend nach 1945 prägte die amerikanische Re-Education. Schlüsselbegriffe waren für mich seitdem: Freiheit, Demokratie und Würde des Einzelnen, aber auch das Streben nach Glück. Hessen, Frankfurt, mit dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Georg August Zinn, das war meine Heimat, eine Gegenwelt zur Adenauer-BRD. Sozialismus war für mich nie ein Schimpfwort. Als junge Soziologin und Journalistin erlebte ich dann die Zeit des Kalten Krieges - meine Fähigkeit und mein Wille zur Kritik entwickelten sich: Kritik an bedingungsloser Westbindung, Kritik an der Wiederbewaffnung, Kritik an der Einbeziehung der Nazis in hohen Ämtern, am Umgang mit der Geschichte der Nazi-Diktatur, Kritik am zunehmenden kapitalistischen Einfluss - und der war damals ein Kinderspiel im Vergleich zu heute. Als junge Mutter, mein Sohn wurde 1970 eingeschult, habe ich die Ungerechtigkeiten des Schulsystems der BRD kennengelernt - die Grundschule als "Hinterhof der Nation" - mein rororo-Taschenbuch mit diesem Titel hatte immerhin eine Auflage von fünfundsechzigtausend. Von da an war Schulreform mein journalistisches Thema - in Fernseh- und Hörfunkdokumentation und ab 1974 bei »Panorama«. Kinder, Frauenrechte, Frauendiskriminierung, § 218, Sexualmoral des Vatikans, die Lebenssituation türkischer Töchter: Alles das war auch damals schon mein Thema. Und das war das grundsätzlich Positive an der BRD - bei allen Defiziten: Ich konnte immer "auf der anderen Seite" sein - ohne Bespitzelung, ohne Wegsperren. Es war nicht leicht, aber es war möglich. Sogar an exponierten Stellen der öffentlich-rechtlichen Medien. Der NDR und der HR haben mir- nach langen Auseinandersetzungen - große Aufgaben übertragen - das ARD-Studio in London und die Chefredaktion in Frankfurt am Main. 1998 kam dann die große Hoffnung auf eine politische Wende nach 16 Jahren Kohl. Und die Enttäuschung, der Schnitt durch Lafontaines Aufgeben. Parallel dazu lief die Stigmatisierung der PDS - das Totschlagen jeglicher linker Positionen jenseits der SPD, die immer mehr von ihren Grundsätzen abrückte. Dann die Kriegseinsätze. Da suchte ich wieder die andere Seite, fand sie in Gesprächen mit Lothar Bisky, Gregor Gysi, Dietmar Bartsch und Gabi Zimmer. Im Jahre 2002, nach der Beendigung meiner über dreißigjährigen journalistischen Laufbahn, habe ich den bewussten Schritt als Westperson zur PDS getan. Ich begriff dies als Vereinigungsmöglichkeit, habe nie verstanden, wieso so wenige linke Westdeutsche dies auch taten. Der Wahlkampf in Hessen 2002 glich manchmal einem Spießrutenlauf, doch ich bin weitergelaufen. Gabi Zimmer nahm mich mit nach Thüringen - so bin ich "unter die Thüringer gefallen". Dort habe ich seit 2005 eine neue politische Heimat. Warum ich antrete für die Wahl als Bundespräsidentin? Damit im Vorfeld dieser bedeutenden Wahl unsere Themen auch zu Sprache kommen: Frieden als erstes! Wir müssen wieder eine friedlichere Gesellschaft werden - nach außen, wie nach innen. Und ich will eine wirklich vereinte Gesellschaft, die aus Ost und West Besseres schafft, als das, was wir zurzeit haben. Dazu kommt: In dieser Krise müssen die Schwachen dieser Gesellschaft unterstützt und geschützt werden. Sie brauchen Hilfe - mehr als je zuvor. Für mich galt und gilt: Die Einheit von politischer Freiheit und sozialer Sicherheit und Gerechtigkeit ist der Wert, der unsere Gesellschaft zusammenhält, die Demokratie sichert. Ich habe gelernt, dass es nicht darauf ankommt, dass man gewinnt, dass man sich sofort durchsetzt mit seinen Ideen und Haltungen. Auch wenn eine Mehrheit das lange anders sieht und ablehnt, es bleiben die Ideen, die Themen, die Probleme. Sie dürfen nur nicht totgeschwiegen werden, sie müssen in die Diskussion eingebracht werden. Sie brauchen eine Stimme. Diese Stimme zu sein, wäre mir eine Ehre. Luc Jochimsen, Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin und kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag.

Schwarz-gelbe Sparorgie ist Anschlag auf sozialen Frieden und Demokratie

  • Flash ist Pflicht!

Pressemitteilung

07.06.2010 – Gregor Gysi

„Die Regierung Merkel/Westerwelle verübt mit ihren Streichvorhaben einen Anschlag auf den sozialen Frieden und die Demokratie im Land“, erklärt Gregor Gysi zu den Ergebnissen der Kürzungs-Klausur der Bundesregierung. „Dagegen kann es nur eines geben: breiten öffentlichen Widerstand. Eine solche Kürzungs- und Umverteilungskoalition können wir uns sparen.“ Der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE weiter: „CDU/CSU und FDP lassen Rentnerinnen und Rentner, Arbeitslose, sozial Benachteiligte und Familien für die Zockerei der Banken und Spekulanten bluten. Das ist nicht nur grob ungerecht, sondern offenbart das wahre Gesicht dieser Koalition der sozialen Kälte und der politischen Geisterfahrerei. Wie befürchtet werden nun nach der NRW-Wahl die Pläne für den massiven Sozialabbau aus der Schublade geholt. Schwarz-gelb vertieft die soziale Spaltung und lässt die Binnennachfrage auch durch den geplanten Stellenabbau weiter austrocknen. Der Stellenabbau wird dazu führen, dass statt Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten teure britische Anwaltskanzleien die Gesetzentwürfe für die Regierung und den Bundestag schreiben. Bei den Schwächsten werden Milliarden gekürzt, die Reichsten bleiben unbehelligt. Ohne Steuergerechtigkeit durch Steuererhöhungen für die Krisenverursacher und –gewinnler spart die Koalition das Land ins Koma. Wenn SPD und Grüne ihre Kritik an der Bundesregierung ernst meinen, müssen sie die Kraftmeierei in NRW beenden. Wer im größten Bundesland ausgerechnet mit der FDP ins Koalitionsbett will, führt seine hehren Worte in Berlin selbst ad absurdum.“

 

Kampagne - Kommunen in Not - Auftaktveranstaltung im Rathaus am 01. Juni 2010

Pressegespräch mit Hubert Gintschel und Michael Leutert am 1. Juni
Pressegespräch mit Hubert Gintschel und Michael Leutert am 1. Juni

Die Finanzlage vieler Städte, Gemeinden und Landkreise ist alarmierend. Viele Kommunen befinden sich am Rande des Bankrotts. Das Fundament des Staates gerät ins Wanken, wenn sich an der Finanzausstattung der Kommunen nicht grundlegend etwas ändert. Für 2010 befürchten die Kommunen bundesweit ein Rekorddefizit von 12 Milliarden Euro. Auch in den Jahren 2011 bis 2013 werden zweistellige Milliardendefizite erwartet. Die von zahlreichen Protesten begleiteten Kürzungen im Jugend- und Sozialbereich in Sachsen zu Beginn dieses Jahres sind erst der Anfang der Auswirkungen einer von Bundes- und Landesregierung verursachten Krise der Kommunalfinanzen.
Vor diesem Hintergrund verständigten sich die sächsischen Bundestagsabgeordneten der Fraktion DIE LINKE im Bundestag zum Jahresbeginn und erkärten die Notlage der Kommunen zu einem ihrer Schwerpunktthemen für 2010.
Bereits am 1. Mai 2010 startete der sächsische Landesverband unserer Partei die Kampagne „Kommunen in Not! - genug gekürzt“. Der Landesvorstand kündigte für die nächsten Wochen und Monate zahlreiche Informationsstände in Sachsen an.
Vor dem Hintergrund der auch auf Chemnitz zukommenden Einnahmeausfälle in den folgenden Jahren hat sich auch der Stadtvorstand dem Kampagnenaufruf angeschlossen. Bis in den Herbst hinein wollen wir das Thema mit den Chemnitzerinnen und Chemnitzern diskutieren und über die Ursache der Probleme des städtischen Haushaltes aufklären. Die von der Landesgruppe der sächsischen Bundestagsabgeordneten ausgerufene Aktionswoche vom 31. Mai bis zum 4. Juni soll hier den Auftakt bilden. Neben Flugblattaktionen im ganzen Stadtgebiet gehört dazu ein interaktiver Infostand gemeinsam mit der Stadtratsfraktion in der Chemnitzer Innenstadt vom 1.-4. Juni sowie eine Gesprächsrunde „Stadtrat aktuell: Finanzkrise – Auswirkungen auf den städtischen Haushalt“ mit dem Finanzbürgermeister als Gesprächspartner.


Nico Brünler, Vorsitzende

1. Mai 2010 in Chemnitz - Und wir feierten am Rosenplatz!

2. Parteitag der Partei DIE LINKE in Rostock

Die 1. Tagung des 2. Bundesparteitages der LINKEN in Rostock wurde am gestrigen Sonntag mit den Wahlen zum Parteivorstand abgeschlossen. Außerdem wurde die Bundesschiedskommission und die Bundesfinanzrevisionskommission gewählt. 

weitere Informationen findet Ihr Öffnet externen Link im aktuellen Fensterhier.

Solidarität mit den griechischen Gewerkschaften

Bundesarbeitsgemeinschaft Betrieb & Gewerkschaft der Partei DIE LINKE
Solidaritätserklärung der BundessprecherInnen vom 06.05.2010
Kein Hartz IV nach Griechenland!

Solidarität mit den griechischen Gewerkschaften


Gestern haben Millionen Griechinnen und Griechen gegen das „Sparpaket“ der PASOK-Regierung und die unsozialen Direktiven von EU und IWF demonstriert.
Wir erklären uns mit dem Kampf der griechischen Gewerkschaften und der griechischen Linken solidarisch; insbesondere auch mit unseren Genossinnen und Genossen von Synaspismos.

Die Bundesregierung ist innerhalb der EU eine der Hauptverantwortlichen für die unsozialen Direktiven in Richtung Griechenland. Dabei hat die aggressive Exportpolitik der deutschen Konzerne sowie der Export deutscher Rüstungsgüter erheblich zu den Problemen in Griechenland beigetragen.
Wer dafür sorgt, dass Renten und Löhne gekürzt werden, der verschlimmert die Situation nur noch.
Das was den griechischen Beschäftigten, den Arbeitssuchenden und Rentnerinnen und Rentnern jetzt unter massivem Druck auch der Bundesregierung an Sozialabbau verordnet werden soll, kommt dem
Export von Hartz IV nach Griechenland und Schlimmerem gleich.
Die LINKE fordert, die Spekulanten und Finanzprofiteure zur Kasse zu bitten und die Finanzmärkte endlich zu regulieren, um künftige Krisen zu verhindern.
Die griechischen Gewerkschaften haben bewiesen, dass der politische Streik eine Waffe gegen Sozialabbau ist.

Es wird endlich Zeit, dass sich diese Überzeugung auch in der Bundesrepublik Deutschland durchsetzt.
Wir bitten die Mitglieder der AG Betrieb & Gewerkschaft, vor Ort politische und gewerkschaftliche Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen in Griechenland zu initiieren und zu unterstützen.

Frankenberg - Dankesveranstaltung für Heimkehrer aus Afghanistan

15.4. Frankenberg - Dankesveranstaltung für Heimkehrer aus Afghanistan

Vor 10 Tagen sind in Afghanistan erneut drei deutsche Soldaten im Kriegseinsatz umgekommen, darunter ein Soldat aus Sachsen!

Zahlreiche weitere wurden verletzt. Andere kommen traumatisiert aus dem Kriegsgebiet wieder. Doch immer wieder werden deutsche SoldatInnen in den Kriegseinsatz geschickt, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung das nicht will. Die für den Kriegseinsatz votierende Mehrheit im Bundestag setzt sich bei seinen Entscheidungen über den Willen der Bevölkerung hinweg.

In Frankenberg findet am 15.4.2010 ab 18 Uhr auf dem Marktplatz Frankenberg eine Dankesveranstaltung für Heimkehrer aus Afghanistan statt.

Wir mobiliseren zu dieser Veranstaltung und sagen: "Bundeswehr raus aus Afghanistan!". Wenn ihr an der Aktion teilnehmen wollt, dann seid bitte gegen 17 Uhr auf dem Kirchplatz in Frankenberg - liegt genau gegenüber dem Markt und ist vom Bahnhof aus die Humgoldtstr. gerade hinunter zu erreichen.

Bitte versucht, Euch den Termin einzurichten. Je mehr Leute vor Ort sind, umso besser!!!

Viele Grüße aus der WahlFabrik Antje Feiks Landesgeschäftsführerin DIE LINKE. Sachsen Großenhainer Str. 101 01127 Dresden Tel.: 0351 853 27 22 Mobil: 0176 610 666 24 Mail: antje.feiks@dielinke-sachsen.de

Für den Frieden in der Welt - Wir sind mit dabei

Seit 50 Jahren gibt es die Ostermarsch-Bewegung in der BRD. Zum 21. Mal sind auch die Chemnitzerinnen und Chemnitzer aufgefordert, für den Frieden in der Welt einzutreten. Gerade auch angesichts einer Meldung dieser Tage, dass die BRD seit 2005 ihre Rüstungsexporte verdoppelt hat, ist kompromissloses Eintreten für Frieden und Abrüstung aktuell wie eh und je. Krieg ist nie und nirgends als Mittel der Politik zu aktzeptieren. Der Friedensbewegung geht es um nicht mehr und nicht weniger als um die Realisierung des ersten Menschenrechtes, des Rechtes auf Leben. In diesem Sinne wird sich am 5. April der 21. Chemnitzer Ostermarsch für allgemeine Abrüstung und Demokratisierung der Gesellschaft in Bewegung setzen.

Einladung zur Auftaktveranstaltung für die Debatte zum Parteiprogramm der LINKEN am 31.03.2010 in Chemnitz.


An alle Genossinnen und Genossen sowie Interessierte der LINKEN in Sachsen


Einladung Auftaktveranstaltung Debatte zum Parteiprogramm der LINKEN
Dresden, den 24.03.2010

Liebe Genossinnen und Genossen,

die Programmkommission hat pünktlich den ersten Programmentwurf veröffentlicht. Dieser ist seit Samstag Abend online auf der Internetseite der Bundespartei zu finden. Weiterhin liegt der Entwurf im Zeitungsformat ab nächster Woche auch in Euren Geschäftsstellen vor bzw. kann er dort bezogen werden. Der Landesvorstand der LINKEN Sachsen hat einen Zeitplan für die breit angelegte Programmdebatte beschlossen. Neben den bereits feststehenden Terminen und Konferenzen ist angedacht, dass die Grundsatzkommission, die in Sachsen für die Debattenführung zum Parteiprogramm verantwortlich ist, auf Nachfrage in Eure Örtlichen Verbände, Landesweiten Zusammenschlüsse oder BO´s kommt, um mit Euch gemeinsam zu diskutieren und Eure Hinweis aufzugreifen. Wir möchten Euch im Namen von Rico Gebhardt und der Grundsatzkommission nun ganz herzlich zum offiziellen Auftakt der Programmdebatte im Landesverband Sachsen einladen.

Dieser findet am 31. März 2010 ab 18 Uhr im Forum Chemnitz, Brückenstr. 10 in Chemnitz statt.

Die Tagesordnung gestaltet sich wie folgt:

1. Begrüßung durch den Verantwortlichen für die Programmdebatte im Stadtverband Chemnitz, MdB Michael Leutert

2. Einführungsreferat zur Entstehung und Inhalt des Programmentwurfs von Dieter Klein, Mitglied der Programmkommission des Parteivorstandes DIE LINKE 3. Diskussion des Programmentwurfes

4. Zusammenfassung der Diskussion durch Stefan Hartmann, Verantwortlicher für die
Programmdebatte im Landesverband Sachsen und Mitglied der Grundsatzkommission des Landesvorstandes der LINKEN. Sachsen Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr möglichst zahlreich mitdiskutieren würdet und Euren Eindruck zum Programm einbringt.


Mit freundlichen Grüßen
Antje Feiks

Brief der Parteivorsitzenden Lothar Bisky und Oskar Lafontaine

 

23. März 2010

An die Mitglieder der Partei DIE LINKE

Brief der Parteivorsitzenden Lothar Bisky und Oskar Lafontaine

Liebe Genossinnen und Genossen,

wir möchten Euch bitten, bei der von neun Landesverbänden aus Ost und West beantragten Urabstimmung über die neue Struktur unserer Parteispitze und eine spätere Urabstimmung zum Parteiprogramm jeweils mit Ja zu stimmen.

Das vorgeschlagene Führungsmodell ist das Ergebnis intensiver Beratungen von Parteivorstand und den Landesvorsitzenden unter der Moderation von Gregor Gysi. Diese Beratungen waren notwendig geworden, nachdem der krankheitsbedingte Verzicht Oskar Lafontaines auf eine erneute Kandidatur zum Parteivorsitz in den Medien als Zeichen einer schweren Krise unserer Partei gedeutet wurde und erheblicher Schaden für die Partei auch angesichts der bevorstehenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zu befürchten war. Hinzu kamen der frühere Verzicht auf eine erneute Kandidatur von Lothar Bisky und der spätere Verzicht von Dietmar Bartsch.

Wir haben in diesen Tagen lernen müssen, dass der Vereinigungsprozess unserer jungen Partei noch nicht so weit vorangeschritten ist, wie wir uns das alle wünschen. Umso mehr war es notwendig, eine Führungsstruktur vorzuschlagen, die die Pluralität unserer Partei ausdrückt und gleichzeitig das notwendige Maß an Geschlossenheit und Handlungsfähigkeit gewährleistet. Es kommt jetzt darauf an, den Vereinigungsprozess noch energischer voranzutreiben und vorhandenes Misstrauen durch das sichtbare Zusammenwirken von Personen, die die unterschiedlichen Kulturen und historischen Erfahrungen unserer Partei widerspiegelten, zu überwinden. Von größter Bedeutung ist auch, dass das gleichberechtigte Zusammenwirken von Frauen und Männern an der Spitze unserer Partei mit diesem Vorschlag zum Satzungsprinzip erhoben wird. Wir wissen, dass einzelne Elemente dieses Strukturvorschlags von manchen kritisch gesehen werden. Das ist öfter so bei einem Kompromiss. Dieser Kompromiss will die Weiterentwicklung unserer Partei voranbringen.

Ihr werdet - wie wir - festgestellt haben, dass unsere Partei nach Erreichen dieses Kompromisses zur Handlungsfähigkeit zurückgefunden hat und diese sowohl in ihrem Kampf gegen den Afghanistankrieg als auch bei der Verhinderung des Naziaufmarsches in Dresden eindrucksvoll bewiesen hat. Auf diesem Weg wollen wir nun mit einem Erfolg bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen und auf unserem anschließenden Bundesparteitag weiter vorankommen.

Wir bitten Euch, dem vorgeschlagenen Strukturmodell insgesamt Eure Zustimmung zu geben.

Lothar Bisky                                                                     Oskar Lafonatine